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Der IFOAM-Weltvorstand

Der IFOAM-Weltvorstand. Von links nach rechts: Masaya Koriyama; Roberto Ugas (Vize President); Urs Niggli; Vanaja Ramprasad; Katherine DiMatteo (President); Jacqueline Haessig Alleje; Fabio Piccioli; Ong Kung Wai; Andre Leu (Vize President); Moses Kiggundu Muwanga.

Der IFOAM-Weltvorstand setzt sich aus ehrenamtlich tätigen Personen mit unterschiedlichstem Hintergrund zusammen. Der amtierende Weltvorstand wurde für eine Amtszeit von 3 Jahren auf der IFOAM-Hauptversammlung in Vignola/Italien gewählt, die vom 22.-24. June 2008 stattfand. Die Präsidentin und die beiden Vize-Präsidenten des Weltvorstands bilden den geschäftsführenden Vorstand.

Derzeitige Mitglieder des Weltvorstands:

Präsidentin:
Katherine DiMatteo, USA
Katherine DiMatteo ist Teilhaberin bei der Beraterfirma Wolf, DiMatteo + Partner. Zwischen 1990 und 2006 war sie Geschäftsführerin der Organic Trade Association (OTA)- in den USA. Sie ist Gründungsmitglied und ist derzeit Sekretärin des Vorstands des Organic Center. Des Weiteren  fungierete sie als Vorstandsmitglied beim Organic Materials Review Institute sowie der Northeast Cooperatives, Inc., dort sowohl als Präsidentin als auch Schatzmeisterin. Von 1995-2006 war sie US-Delegierte in der Bio-Arbeitsgruppe des Codex-Kommittees zur Nahrungsmittelkennzeichung. Frau DiMatteo ist aufgrund ihres Engagements für einheitliche Ökostandards und –praktiken, sowie der Verknüpfung von biologischem Landbau und einer nachhaltigen Zukunft international anerkannt. Sie wurde im Jahre 2006 als IFOAM-Weltvorstandsmitglied kooptiert. 2008 wurde sie in den Weltvorstand gewählt und zur IFOAM-Präsidentin ernannt.

Vize-Präsident:
Andre Leu, Australien
Andre Leu ist Vorsitzender des Australischen Bioverbandes, Organic Federation of Australia, dessen Rolle es ist die Entwicklung des australischen Biosektors zu einem tragenden Pfeiler der australischen Landwirtschaft zu machen. Sowohl für Konsumenten, Produzenten aber auch für die australische Umwelt ist dies von Vorteil. Die wichtigste Aktivität war die Zusammenarbeit mit der australischen Regierung bei der Erarbeitung eines Regulierungssystems für Bioprodukte. Dieses System gibt dem Biosektor selbst die Kontrolle über die Standardsetzung und überträgt den verantwortlichen Regulierungsbehörden die Umsetzung. Andre war Vorsitzender des Lychee-Produzentenverbands in Nord-Queensland.

Andre ist selbst Ökobauer und baut tropische Früchte in Daintree, Queensland, an. Er bringt eine über 36-jährige Erfahrung in allen Bereichen des Biolandbaus mit, wie z.B. Anbaupraktiken, Schädlingsbekämpfung, Unkrautkontrolle, Marketing, Nachernteschutz, Transport, Bauernverbandswesen, Entwicklung neuer Ernten sowie Aus- und Weiterbildung, dies nicht nur in Australien sondern auch in vielen anderen Ländern.

Vize-Präsident:
Roberto Ugas, Peru
Roberto Ugas ist peruanischer Agrarwissenschaftler und hat in Peru, den Niederlanden und Japan studiert. Er doziert und forscht im Bereich Gartenbau an der Nationalen Landwirtschaftlichen Universität La Molina, und ist als Berater für ländliche Entwicklung, Agrar-Ökologie, Agrar-Biodiversität und Biolandbau tätig. Roberto ist wichtigster Berater der peruanischen Nationalvereinigung Ökologischer Bauern (ANPE) und ist Mitglied in der Nationalen Kommission für Agrarprodukte (CONAPE), dem Beratergremium, das die erste offizielle Bio-Richtlinie Perus verfasst hat. Als Beauftragter vertritt er La Molina bei verschiedenen nationalen und internationalen Abkommen, einschl. ANPE und Slow Food. Er ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften, u.a. ISOFAR und SOCLA, sowie EducAndes, die sich für Erziehung zu nachhaltiger Entwicklung einsetzt. Weiterhin war er im Vorstand von SEPIA, einer Ideenwerkstatt zu wirtschaftlichen und landwirtschaftlichen Fragen, aktiv. Roberto ist Mitglied von GALCI, IFOAMs Lateinamerika-Regionalgruppe und war 15 Jahre lang in das IFOAM Akkreditierungsprogramm eingebunden, wo er später  Vorsitzender des Akkreditierungskomitees wurde. Er war auch Mitglied der Arbeitsgruppe, die die Prinzipien und die Definition des Biolandbaus ausgearbeitet hat.

Urs Niggli, Schweiz
Urs Niggli wurde 1990 Direktor des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau (FiBL). Darüber hinaus ist er Mitglied der Vorstände von FiBL Deutschland, FiBL Österreich sowie des Tschechischen Bioinstituts und der IBLA in Luxemburg. Er war Mitbegründer der Schweizerischen Inspektions-und Zerfizierungsfirma bio.inspecta und ist seither Mitglied des Vorstandes. Im Jahre 2003 initiierte Urs zusammen mit Ulrich Köpke the International Society of Organic Agriculture Research (ISOFAR) und ist seit der Gründung stellvertretender Vorsitzender.Außerdem gehört er verschiedenen Beratungsgremien  wissenschaftlicher Institute und Universitäten in Deutschland, Schweiz und Dänemark an. Bei der ETH Zürich und an der Universität Kassel unterrichtet er derzeit Biolandbau. Er ist Ehrendoktor für Forschungszwecke der Aberystwyth Universität in Wales.

Vor kurzem hat er die IFOAM-EU-Gruppe bei der Ausarbeitung einer langfristigen Forschungsvision und eines strategischen Forschungsprogramms 2025 unterstützt.

Jacqueline Haessig Alleje, Philippines
Jacqueline Haessig Alleje wurde in der Schweiz geboren, lebt jedoch seit 1988 auf den Philippinen. Sie ist Mitbesitzerin der Rizal-Dairy Farms, die seit 1992 Molkereiprodukte herstellt. Unter anderem unterhält Rizal Dairy Farms einen Catering Bereich “Petra’s naturally – green, global, gourmet” um gesunde Biodelikatessen als Lebensart zu fördern. Jacqueline unterrichtet “Gesunde Feinschmecker”- kulinarischen Kochunterricht in Manila. Sie ist Präsidentin der Organic Farming - Production, Training and Consultancy, Inc. (OFI), die sich mit der Biogemüseproduktion, der -technischen Entwicklung und dem Wissenstransfer durch Ausbildung, Beratung und Netzwerkbildung zwischen Produzenten und Forschern befasst. Sie war Gründungsmitglied des Organic Producers Trade Association and the Organic Certification Center of the Philippines, und dient als Vorstands- und Geschäftsführungsmitglied der OCCP. Sie ist aktiv in der Erarbeitung der Regierungsrichtlinien bez. der Förderung und Weiterentwicklung des Biolandbaus auf den Philippinen engagiert.

Seit 1997 nimmt sie aktiv an IFOAM-Aktivitäten teil, konzentrierte sich dabei auf geschlechtsspezifische Themenbereiche und die Perspektive der Produzenten. 2005 wurde sie in den IFOAM-Weltvorstand gewählt und im Juni 2008 von der Generalversammlung als Mitglied erneut bestätigt.

Moses Kiggundu Muwanga, Uganda
Moses Kiggundu Muwanga ist der Koordinator der Ugandischen Biolandbaubewegung (NOGAMU). Dieser Dachverband vereinigt Produzenten, Verarbeiter, Exporteure, NROs und andere Institutionen, die sich mit der biolandwirtschaftlichen Entwicklung in Uganda befassen. Moses Engagement im Biobereich ist zweiseitig: einerseits bietet er fachliche und Beratung in den Bereichen des Aufbaus und der Entwicklung von biologischen Anbausystemen und Firmen an, andererseits hat er wesentlich zum strukturellen Aufbau der effizienten nationalen Biolandbaubewegung beigetragen.

Moses war Mitglied der IFOAM-Arbeitsgruppe zur Entwicklung von partizipativen Garantiesystemen (PGS) und des Programmkomitees für Bio-Standards in  Ost-Afrika (OSEA), einem von IFOAM durchgeführten Projekt. Er war auch regionaler Fachberater bei der Erarbeitung der Standards für ostafrikanische Bioprodukte (EAOPS).

Masaya Koriyama, Japan
Masaya Koriyama ist seit 1992 als Öffentlichkeits- und Marketingreferent des Hauslieferservices für Natur –und Biolebensmittel Radish Boya (Boy) tätig. Er fördert seit 15 Jahren die allgemeine Verbreitung von Bioprodukten und den biologischen Landbau in Japan. Radish Boya begann 1977 als Umwelt-Nichtregierungsorganisation und konzentrierte sich auf Müllverwertung in Japan. Mittlerweile tätigt Radish Boya wöchentliche Lieferungen an 96.000 Haushalte in ganz Japan und ist somit einer der führenden Lieferservices von Natur- und Bioprodukten. Radish Boya wurde 1997 Mitglied von IFOAM und war 2001 Mitbegründer von IFOAM Japan, einer internen Struktur, die Produzenten, Verteiler, Zertifizierungsagenturen und Nichtregierungsorganisationen vereinigt, um die japanische Biobewegung voranzubringen.

Masaya absolvierte ein Master-Studium in Globaler Politik (Globale Zivilgesellschaft) an der Londoner Wirtschaftsschule (LSE). Von November 2007 bis Februar 2008 arbeitete er in der IFOAM-Zentrale als Praktikant.

Hier ist ein Artikel aus der angesehenen japanischen Zeitung „Asahi“ vom 30.Juli 2008 über Masaya Koriyama.

Ong Kung Wai, Malaysia
Ong Kung Wai lebt in Penang, Malaysia, und ist als Berater und Ausbilder bei Grolink tätig, einem internationalen Beratungsdienst für die Entwicklung von Biolandbau. Er ist dort Sachbearbeiter bei der Certification Alliance, einer Partnerschaft von Zertifizierungsstellen aus Europa und Asien. Des Weiteren ist er Vorsitzender der Organic Alliance Malaysia, sowie Direktor von Life Spirit, Betreiber eines auf den Lehren Rudolf Steiners basierenden Kindergartens in Penang.

Kung Wai war vorher bereits Mitglied des IFOAM-Weltvorstands und Vize-Präsident der International Organic Accreditation Service (IOAS) in den USA. Zwischen 1994 und 1998 arbeitete er als beratender Programmsachbearbeiter für nachhaltige Landwirtschaft im Pestizid-Aktionsnetzwerk für Asien und den Pazifikraum. Er wurde 2005 in dem IFOAM-Weltvorstand gewählt und 2008 wiedergewählt. Seit 2006 ist er Vorsitzender des Komitees zur Weiterentwicklung der IFOAM Normen.

Fabio Piccioli, Italien
Fabio Piccioli ist Ökobauer und Fachberater. Er arbeitet seit 1986 im Bereich Biolandbau, und zwar in einer kleinen Kooperative, die 1979 von jungen Arbeitslosen gegründet wurde. Seit 1993 baut er auf seinem eigenen Biohof in Italien Obst und Weintrauben an. Von 1994 bis 2000 war er Vorsitzender von AIAB in der Provinz Emilia Romagna, dem italienischen Bioverband der Region. Von 1998 bis Juni 2008 war er Mitglied des Regionalvorstandes von AgriBioMediterraneo, IFOAMs Regionalgruppe im mediterranen Raum und wurde 2005 deren Vorsitzender.

In den 90er Jahren begann er mit verschiedenen Kooperationsprojekten für Biolandbau und nachhaltige Entwicklung  zusammenzuarbeiten, u.a. in Lateinamerika, Mittelmeerraum und Afrika. Seit 2002 arbeitet er auch als Fachberater für Ökozertifizierungen beim Ethik- und Umweltzertifizierungsinstitut (ICEA) in Italien und anderen Ländern.

Vanaja Ramprasad, Indien       
Seit etwa 30 Jahren reist Dr. Vanaja Ramprasad durch die Täler und Dörfer Indiens, um die Entwicklungstrends bei den Armen zu verstehen. Was ihr Verständnis am meisten beeinflusst hat war die weitläufig anerkannte Analyse der Fehler als wahre Gründe für Armut und Hunger in der Dritten Welt. Sie hat mit mehreren internationalen Beratungsfirmen auf dem Gebiet Entwicklung zusammengearbeitet. Als Entwicklungswissenschaftlerin und Ernährungsspezialistin, war sie in den 80er Jahren in Südindien bei einer Studie zu den Auswirkungen der sogenannten Grünen Revolution auf Kleinbauern im Regenfeldbau engagiert. Die Studie wies auf den Verlust der Artenvielfalt und den Konsequenzen für die Ernährungssicherheit hin. Auch der Verlust von genetischen Ressourcen beim Saatgut hat verheerende Auswirkungen auf die Entscheidungsfreiheit von Bauern in Bezug auf ihre Saatgutschutz-Aktivitäten. 1994 initiierte sie die Stiftung für genetische Ressourcen, Ökologie und Energie, und hat sich seitdem aktiv für nachhaltigen Saatgutschutz für und durch Kleinbauern eingesetzt.

Sie ist aktiv in der staatlichen Bioagrarpolitik engagiert. Ihre Arbeit wird in unterschiedlichen Ökoregionen in Indien anerkannt. Vanaja Ramprasad ist Mitglied in vielen globalen Netzwerken, u.a. GRAIN, IFOAM und COMPAS.



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